Kalte Haut - Martin Krist

24. März 2018

Titel: Kalte Haut
Autor: Martin Krist
Verlag: epubli

Vielen Dank an Martin Krist für die zur Verfügung stellen des Rezensionsexemplares.

Klappentext
Mit einem Schmunzeln streckte der Mann die Hand nach dem Kind aus. Liebevoll strich er ihm übers Haar. »Und tot bist du«, flüsterte er.
Berlin wird von einer Mordserie erschüttert. Der Täter stellt Filme ins Internet, auf denen zu sehen ist, wie er seine Opfer quält. Dann lockt er Journalisten zu den Leichen. Vieles deutet auf einen Zusammenhang mit den Ausländerhetzkampagnen des Innensenators hin.
Kommissarin Sera Muth und ihr Ermittlungsteam ziehen den Polizeipsychologen Dr. Babicz hinzu. Diesem kommt das Vorgehen des Täters vertraut vor. In den USA hatte er bei der Überführung eines Mörders mitgewirkt, der seine Opfer bei lebendigem Leib häutete. Ist der »Knochenmann« zurück?


Meine Buchgedanken
Was für ein ungewöhnlicher Start in ein Buch. Aus der Sicht einer Ratte begann ich in diesen neuen Kriminalfall zu reisen. Außergewöhnlich aber im Gedächtnis bleibend. Ich bin eigentlich mit den Erwartungen an dieses Buch gegangen meine bereits lieb gewonnenen Ermittler aus "Böses Kind" bei einem neuen Fall begleitet zu dürfen. Doch bereits auf den ersten Seiten musste ich feststellen, dass ich ein anderes Ermittler-Team dieses Mal begleiten werde. Die Enttäuschung darüber verflog allerdings sehr schnell, denn auch dieses Team konnte sich in mein Leserherz schleichen.

Markant sind beim Lesen sofort wieder die schnellen Sprünge zwischen den verschiedenen Personen, hier beginnt es mit Polizei und Täter in Las Vegas. Doch schnell kommen weitere Sichten aus Berlin hinzu: die Zeitung, eine ausländische Familie (Türkisch) und die verschiedenen Ermittler. Ich hatte das Gefühl alles läuft nur an einander vorbei und kann sich nirgendwo kreuzen. Natürlich wurde ich am Ende eines besseren belehrt, aber diese vielen Perspektiven machen das Buch spannend und unglaublich unvorhersehbar.

Auch andere Themen neben dem Verbrechen, wie Politik und Flüchtlinge, werden eingespannt. Mich persönlich interessiert Politik und die ganze Flüchtlingsgeschichte nicht wirklich, dennoch konnte mich das Buch durch die anderen Handlungsstränge bei der Stange halten und diese eher uninteressanten Part überspielen. Die Kapitelstruktur wird immer wieder zwischenzeitlich mit Zeitungsartikeln aufgelockert.

Zu entdecken gab es für mich ebenfalls verschiedene Familiengeheimnisse und ein S-Bahn Chaos in Berlin. Neben diesen ganzen abgehandelten Passagen wartete ich ewig lange auf den ersten Mord. Zwischendurch dachte ich schon, hab ich mich verlesen, aber im Klappentext wurde von einem Knochenmörder gesprochen, also musste es sich doch langsam mal in diese Richtung entwickeln.

Und dann war es endlich soweit, ein Mord, der große Aufhänger, neben diesem vielen kleinen Geplänkel. Nun nahm die Geschichte richtig an Fahrt auf und bis zur Auflösung tappte ich zwar mit einer wagen Idee völlig im Dunkeln. Herr Krist führte die verschiedenen Handlungsstränge zusammen und lies mich total verblüfft im Sessel zurückfallen als ich die letzten Sätze verschlungen hatte.

Fazit
Daumen hoch, so stelle ich mir einen Krimi-Thriller vor. Für mich ist Martin Krist der bessere Fitzek.



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